„Age Of Stupid“ – eine Film-Podiumsdiskussion zum Klimaschutz

Die Geo-Leistungskurse im Gespräch mit Fr. Senatorin Lompscher (Umwelt) und Prof. Rahmtorf (Institut für Klimafolgenforschung, Potsdam)

Auf Grund der aktuellen und anhaltenden Diskussionen über die Klimaerwärmung entschieden die beiden Geografie-Leistungskurse von Frau Prinz-Dannenberg und Herrn Schnepf sich mehr über dieses Thema zu informieren und sich zu diesem Anlass den Film „Age Of Stupid“ anzuschauen und danach an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Praktischerweise hat die Veranstaltungsreihe „ClubE“ eine kostenlose Vorführung dieser Dokumentation im Filmtheater am Friedrichshain für alle diejenigen, die sich für die Ursachen und Folgen des Klimawandels interessieren, angeboten, sodass wir uns am Nachmittag des 23.02.2010 gemeinsam zu einer Exkursion ins Kino aufmachten. „Zeitalter der Dummheit“ bedeutet der Titel des englischen Dokudramas übersetzt, in dem aus der Zukunft auf die Erde von heute zurückgeblickt wird.

Der Film spielt im Jahr 2055, in dem die Erde bereits verwüstet ist; London überflutet, Sydney in Flammen und Las Vegas versandet.
In einem bohrturmähnlichen Archiv hoch über dem längst eisfreien arktischen Ozean bastelt der letzte Überlebende, gespielt von dem britischen Schauspieler Pete Postlethwaite, eine Botschaft fürs Weltall zusammen. Sie soll erklären, wie sich die Menschheit selbst ausrottete.
Dafür nutzt er Nachrichtenmaterial diverser TV-Sender und kommentierende Animationsfilme und entdeckt dabei sechs reale Lebensgeschichten, die zusammen eine Idee davon vermitteln, warum es zum Kollaps kommen konnte; unter anderem einen betagten Bergführer in den französischen Alpen, der jahrzehntelang auf das Schmelzen der Gletscher hinwies, und einen indischen Geschäftsmann, dessen Traum es ist, mit einer Billigfluglinie täglich eine Million Inder zu transportieren.

Das Motto des Films: „Hätte die Menschheit doch einfach die Möglichkeiten ergriffen, den Klimawandel wirksam zu bekämpfen, als es noch möglich war…“
Der Weltklimagipfel in Kopenhagen ist gescheitert. Sind wir im „Zeitalter der Dummheit“ angekommen?

Die britische Regisseurin Franny Armstrong verfolgte mit ihrem Film ein klares Ziel; nämlich ihr Publikum wachzurütteln und ihm rücksichtslos die Folgen der momentanen Lebensweise vieler Menschen vor Augen zu führen, um deren Einstellung zu ändern. Mit „Age of Stupid“ hat sie nicht nur einen Film über die menschliche Mitwirkung am Klimawandel gemacht. Sie zeigt auch, dass selbst ein in mehreren Ländern gedrehter Streifen sehr klimafreundlich produziert werden kann.

Wo immer es ging, nutzten Armstrong und ihr Team vor allem Bahnen, Busse, Schiffe und Fahrräder. Sie bezogen ihre Energie aus erneuerbaren Quellen und verzichteten sogar weitgehend aufs Heizen der beiden Büros. Auch so kam noch ein Ballon von 94 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zusammen — so viel wie 185 Heizpilze in einem Monat in die Atmosphäre pusten. „Dafür wird der Film definitiv mehr fürs Klima tun als die heiße Luft“, sagte Armstrong selbst in einem Interview. Um wieviel mehr andere Produktionen das Klima belasten dürften, wird schon daran deutlich, dass die offenbar doch noch unumgänglichen 48 Flüge allein einen Anteil von mehr als zwei Dritteln an der CO2-Bilanz von „Age Of Stupid“ ausmachten.

Nachdem wir nun 90 Minuten mit den Klimaproblemen und der Nachhaltigkeit der Menschheit konfrontiert wurden, gab es eine 15-minütige Pause, in der viele die Prognose der nächsten Jahre sich noch einmal durch den Kopf gingen ließen.

Anschließend begann die Podiumsdiskussion mit den Gästen Katrin Lompscher (Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz) und Prof. Dr. Stefan Rahmsdorf (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), welche von Daniel Unsöld (Schauspieler und Umweltpädagoge) moderiert wurde. Natürlich durften auch die Schüler und das restliche Publikum Fragen dazu beisteuern.

Ist der Klimawandel Schnee von gestern, bei diesem kalten Winter? Nein! Über Europa herrscht zur Zeit eine Kälteanomalie, ansonsten ist es auf den Kontinenten sehr warm. Außerdem sind Klima und Wetter zwei verschiedene Dinge.

Was passiert in Berlin zum Klimawandel?

Berlin steht zu seiner Verantwortung, auch wenn es kein völkerrechtliches Abkommen gibt. Man muss lokal helfen, des weiteren ist das Abkommen nicht gescheitert, man bleibt am Ball und wird versuchen sich zu einigen. Man kann jedoch mit dem Klimaschutz nicht bis zum Abkommen warten. Jeder muss jetzt anfangen!

Warum wird erneuerbare Energie nicht politisch erzwungen?

Es würde eine neue Gesellschaftsform fordern, die keiner in der Bevölkerung will.

Gibt es Verkehrskonzepte zum Klimaschutz für Berlin?

Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel, außerdem sind gerade Wasserstoffbusse im Test. Ferner wird das Fahrradsystem weiter ausgebaut.

Was kann man selbst und besonders auch Schüler tun?

Das Fahrrad benutzen, Energiesparlampen, Stand-by-Modus aus oder beim Kauf darauf achten, dass es keine Stromfresser sind, Solaranlagen und Ökostrom. Außerdem gibt es auch Aktionen in Schulen z.B. Das Klimatische Projekt: Solaranlage unserer Schule.
Der Lebensstandard muss nicht sinken, aber der Lebensstil muss sich verändern.

Was hat Sie am meisten in dem Film bewegt?

Es ist schockierend, wohin es führt, wenn wir nichts unternehmen. Der Film lastet auf einen und man fragt sich, ob es noch eine Chance gibt. Es gibt eine reale Chance den Prozess realisierbar zu halten und unter der 2-Grad-Grenze zu bleiben. Wir haben die Möglichkeiten und müssen sie nutzen.

Im Allgemeinen waren die Folgen, wenn wir nichts tun, im Film gut dargestellt. Es wird viel am Verhalten des Menschen kritisiert, jedoch werden keine direkten Vorschläge zur Lösung genannt.
Ziel des Films war es, die Menschen wach zu rütteln und ihnen vor Augen zu führen, was uns erwartet, wenn wir so weiter machen wie jetzt. Wir denken, dass der Film sein Ziel erreicht hat und manch einer wurde vermutlich aus seiner Traumwelt aufgeweckt und in die Realität zurückgeholt.

Maren, Scandia und Angelina