Lilienthal-Gymnasium Berlin
Dieser Webauftritt spiegelt den Stand vom 10. Oktober 2015 wider und wird nicht mehr aktualisiert,
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Kleine Zweifel befielen einige von uns Eltern anfangs zuweilen. Ist es wirklich nötig, unsere Kinder für einen zweiwöchigen Schüleraustausch bis über den Atlantik nach Kanada zu schicken? Lohnt sich der Aufwand – finanziell und logistisch? Ist es überhaupt vertretbar, in Zeiten der auf zwölf Jahre verkürzten Schulzeit gleich zu Beginn des Schuljahres zwei Wochen nach Kanada zu fliegen? Ist die Belastung hinsichtlich Zeitverschiebung und nachzuholenden Schulstoffes vielleicht zu groß?
Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen – alle Zweifel waren spätestens bei Abholung der Kanada-Rückkehrer am Flughafen Berlin-Tegel zerstreut! Etwas übernächtigt und einige gesundheitlich ein wenig angeschlagen, aber – das war ganz rasch klar – an Erfahrungen und Eindrücken unendlich reicher, hat sich bestätigt, was erfahrene Pädagogen und Wissenschaftler immer wieder betonen: Bildung und Erwachsenwerden ist weit mehr als das Erlernen von Vokabeln, Grammatik, chemischen, physikalischen oder mathematischen Formeln und anderem Fachwissen. Gerade die Entfernung und der damit verbundene Zeitunterschied verhinderte häufige Anrufe, um die kleinen Alltagsprobleme zu managen, man war auf sich und die Freundinnen und Freunde gestellt, half sich gegenseitig aus.
Die gastgebenden Familien waren offenbar wunderbare Botschafter ihres Landes und haben aus den Gastschülern begeisterte „Kanadier“ gemacht, wie Frau Prinz-Dannenberg die Truppe in ihren mails immer liebevoll zu nennen pflegt. Und damit wären wir bei den tragenden Säulen dieses Unternehmens: Allein die mails, die wir im Vorfeld und als Nachbereitung des Austausches bekamen, machten deutlich, wie viel Aufwand nötig war, um die Reise so reibungslos vonstatten gehen zu lassen. Was Frau Prinz-Dannenberg und Frau Blühdorn hinter den Kulissen alles erledigten, blieb uns zum Großteil verborgen, aber wir haben eine Ahnung, dass der Erfolg der Fahrt ganz wesentlich damit zusammenhängt! Dafür sei an dieser Stelle nochmals ganz, ganz herzlich gedankt! Obwohl der Erfolg eines Schüleraustausches vielleicht nicht direkt messbar ist, sind wir sicher, dass die Kanadafahrt für alle Beteiligten ein prägendes Erlebnis ihrer Schulzeit war und bleiben wird. Wir hoffen deshalb sehr, dass auch in Zukunft trotz Schulzeitverkürzung, Reformen und anderer Zwänge Raum und Kraft für solche Unternehmungen vorhanden sein wird.
Barbara Claßen und Angelika Königseder,
Elternvertreter 10.3
siehe auch: Presse