Profil „Kommunikation und Medien“

Medienprojekt 8.3 (24.10.2010) Fernsehstudio statt Klassenraum

Unterricht – einmal anders:
Die Klasse 8.3 beim ZDF-Morgenmagazin

Kaum Kabelsalat auf dem Boden trotz Scheinwerfer, Kameras, Kameraleuten, Monitoren und Mikrofonen, dieses Szenario bot sich uns, der aufgeregten 8.3, beim Eintritt in die helle, bunte Fernsehwelt. Schließlich wollen wir alle berühmt werden.

Wir sind heute zu Gast im ZDF-Morgenmagazin, abgekürzt Moma, moderiert von Wulf Schmiese und Patricia Schäfer, die an diesem Tag zum 1220. Mal für das Moma vor der Kamera steht und mit dieser Sendung ihre Moderationsarbeit beim ZDF an den Nagel hängen wird. Am Ende der Sendung wird nämlich verraten, dass sie einen neuen Job als Korrespondentin in London übernehmen wird. Dort muss sie dann nicht mehr so früh aufstehen wie fürs Moma.

Doch bevor es richtig losgeht und die erste Live-Kamera auf uns gerichtet wird, passiert noch einiges, was ziemlich deutlich an die Schule erinnert:
Es gibt nämlich jede Menge Regieanweisungen (=Aufgaben), die uns ein „Regisseur“ (=Lehrer) kund tut.

Er erklärt den Ablauf der Sendung , er verkürzt die Wartezeit mit Fragen zu unserem Alter, zu unserer Schule und weist uns ein. Wir merken, dass das Morgenmagazin in mancher Hinsicht unseren Schulstunden ziemlich ähnlich ist. Antworten darf man nur, wenn man gefragt wird, Zwischenrufe sind gänzlich unerwünscht bis gar nicht erlaubt, applaudieren ja, aber bitte nur nach Anweisung.

Wir alle sollten also für den reibungslosen Ablauf sorgen. Das hatten wir schnell drauf, denn früh übt sich, wer ein Meister werden will.

Wie ist ein ZDF-Morgenmagazin eigentlich gestaltet?

Die Sendung beginnt mit den ZDF-heute-Nachrichten, es folgt das täglich wechselnde „Topthema“ mit Interviews und Kurzberichten. Daran schließt sich ein Bericht zu einem sozialen Projekt in Neukölln an. Unverzichtbar sind die Sportnachrichten und natürlich – das unvermeidliche Wetter. Nach diesem recht ausführlichen Informationsblock geht es wieder ein wenig lockerer zu, denn jetzt wird die Musikband „aVid“ vorgestellt, die eine kleine Kostprobe aus ihrem Repertoire liefert.

Das finden wir toll und … applaudieren, weil wir ja dürfen.

Doch gleich wird es wieder ernst mit einem Bericht über das Welthandelsprodukt Weizen und den vielen Problemen mit der Lebensmittelversorgung auf der Welt. Wir lernen, dass es Leute gibt, die weltweit mit Grundnahrungsmitteln Spekulationen betreiben und damit den Preis für dieses wichtige Lebensmittel in die Höhe treiben.

Und nun schlägt unsere große Stunde: Herr Schmiese gesellt sich in unsere Schülerrunde, die er „Generation Einheit“ nennt, weil wir ja alle nach der Wende geboren wurden. Er erzählt von zwei jungen Männern, die genauso alt sind wie die deutsche Einheit und die ohne die Wende nicht in ihrer jeweiligen politischen Arbeit Platz gefunden hätten. Die Beiden sehen sich als Kinder der Einheit: „Wir haben die gefühlte Teilung weitgehend überwunden, in unserer Generation sind die Vorurteile größtenteils abgebaut.“

„Richtig oder Falsch“ – beim täglichen Quiz im Moma winken dem Gewinner zwei Moma-Tassen. Frau Schrimpf siegte bei der Frage nach den Scheidungstorten in Großbritannien souverän und konnte sich zwei Moma-Tassen sichern. Leider überlebte nur eine Tasse den weiteren Studioaufenthalt – aber Scherben sollen ja bekanntermaßen Glück bringen.

Mann mit Mikrofon interviewt weißhaarige Frau

Peter Lindbergh, der bekannte Fotograf berühmter Schauspielerinnen erklärt in einem Gespräch mit Patricia Schäfer, welchen Aufwand es braucht, um gute und anspruchsvolle Fotoproduktionen zu erstellen. Seine Ausstellung in Berlin zeigt die bekanntesten und schönsten Werke.

„Pop addicted Rockmusik“ – so nennt die Band „aVid“ ihre Musik, ohne uns genauer zu verdeutlichen, was man sich eigentlich darunter vorzustellen hat. Dafür erklärt der Gitarrist aber ganz genau, warum er immer barfuß musiziert: Das bringt ein besseres Feeling . Jedenfalls trifft der Song „Falling“ den Geschmack der Generation Einheit und die Schüler klatschen laut und lange Beifall.

Drei Musiker und Moderatorin auf Studiobühne

Was bleibt noch? Ein Blumenstrauß für Patricia Schäfer und einige Schlaglichter auf ihre Zeit beim Morgenmagazin - dann ist die Schulstunde im Fernsehstudio vorerst zu Ende.

Vorerst, weil ja noch die praktischen Übungen als Interviewer, Kameramänner oder –frauen etc. folgen…

Denn später durften wir selbst nochmal ran und produzierten eine eigene Sendung. Der ganze Aufnahmeraum war mit 100en von Kameras geschmückt. Was dabei herauskam, haben wir ja bereits im Unterricht gesehen. Um die Nachwuchskommentatoren braucht man sich jedenfalls keine Sorgen zu machen.

Moritz Kneip

ZDF-Morgenmagazin

 

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