Profil „Kommunikation und Medien“

Projekte aus der Arbeit der Profilklassen

PLAYMOBIL Figuren – nicht nur zum Spielen!

Eine kurze Einführung in das Projekt

„Die Vögel singen, die Sonne lacht,
im Wald das glückliche Paar ist nun aufgewacht.“

Derart hoffnungsvoll beginnt eine Ballade zweier Schülerinnen zu „Das Erdbeben von Chili“ von Heinrich von Kleist.
Im Januar 2010 erschütterte ein heftiges Erdbeben Haiti und motivierte dazu, die Kleist-Novelle im Deutschunterricht zu lesen. Im Anschluss daran setzten sich die Schülerinnen und Schüler in Gruppen bis zu 4 Personen zusammen, um die Handlung in eine Fotogeschichte, eine Ballade oder einen Kurzfilm umzusetzen.

Während zwei Schülerinnen eine Ballade schrieben, suchten die meisten anderen ihre PLAYMOBIL Figuren zusammen und gestalteten damit Szenen zur Ballade. Von der Klasse wurden zwei Produkte ausgewählt, die wir hier vorstellen.

E. Königstein

Das Erdbeben in Chili

Die Vögel singen, die Sonne lacht,
im Wald das glückliche Paar ist nun aufgewacht.
Das Kind in seinen Armen friedlich ruht,
weil ihm das Zusammensein gut tut. —

Doch dies ist nicht im Willen des Vaters, der Mutter geschehen,
der sie früher bereits hatte zusammen gesehen.
Worauf er Josephe den Weg zum Kloster zeigte,
wo sie sich bald darauf in Mutterwehen neigte.

Der Bischof rief empört aus: „Ketzerei!
Darüber wird man sprechen in jeder Bäckerei!“
Doch das Urteil wurde gemildert,
was der Vizekönig der Menge hat geschildert.

Viele pilgerten zum Enthauptungsort,
von dem aus das Gefängnis ist nicht weit fort.
Jeronimo in diesem saß,
wo er den Sinn am Leben vergaß.

Glocken in seinen Ohren erklangen,
die die Menschen zum Schweigen zwangen.
Sich erhängen, oh ja, das wollte er,
denn das Leben fiele ihm ohne Josephe schwer.

Plötzlich erschütterte ein Erdbeben die Stadt,
sodass man sich sehr gefürchtet hat.
Jedes Gebäude einzubrechen schien,
ein Glück für die beiden, denn so konnten sie flieh’n.

Josephe ihr Kindlein im Kloster suchte,
auf ihrem Wege jedermann fluchte,
er habe Haus und Neugeboren
wegen der Erderschütterung verloren.

Und nach vergeblichem Suchen
unter mächtigen Buchen
traf das Paar am Flusse aufeinander.
Da sie kein zu Hause mehr hatten,
verweilten sie in diesem Wald,
doch zum Glück war es zu dritt gar nicht mal so kalt.

So schliefen sie ein und träumten sacht,
bis sie nun sind gerade aufgewacht.
Die Sonne lacht, die Vögel singen,
sie sehen in der Nähe eine Gruppe den Kochlöffel schwingen.

Diese Personen Josephe ein Kind zum Stillen gaben,
sodass die Familie wird zum Frühstück geladen.
Sie sind erstaunt, dass die Gruppe so freundlich zu ihnen is‘,
denn davor war ihnen der Tod gewiss.

Nach Überlegungen vielleicht auszuwandern,
wollen sie erst mal zum Gottesdienst der andern,
um zu sehen, wie diese reagieren.
Sollen sie das wirklich riskieren?

Sie hätten es wohl lieber bleiben lassen sollen,
denn so die bösen Ereignisse kamen ins Rollen.
Die beiden Geliebten wurden erschlagen,
so kam es, dass sie mit dem fremden Kind am Boden lagen.

I h r Sohn jedoch blieb unversehrt,
dank eines Mannes der Gruppe, der sei geehrt.
Stark ist die Liebe der beiden,
auch der Tod kann sie nicht scheiden.

 

Von Johanna Richter und
Anna Kubiessa
Klasse 8.3

 

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