Grundlagen der Schülerversammlung

Wie der Name es schon sagt: Die Schülervertretung vertritt die Schülergemeinschaft gegenüber den beiden weiteren Parteien an der Schule, der Lehrerschaft und den Eltern. Konkreter geht es dabei rechtlich-formal gesehen um die Beratungs-, Mitwirkungs- und Mitbestimmungsfunktion. Was dies jedoch in der reellen Umsetzung bedeutet ist dabei schwer definierbar, die SVen haben praktisch, natürlich unter Achtung des Gesetzes, freien Handlungsspielraum. Um einen besseren Eindruck über die Funktionen der SV-Arbeit zu bekommen ist ein Blick auf die Gremienstuktur zu werfen (Bild rechts, zum Vergrößern anklicken):

  • Der „Gremiendschungel“ beginnt mit der Gesamtschülervertretung (=Schülervertretung). Hier treten die Klassen- und Kurssprecher zusammen und diskutieren die verschiedensten Themen, eine Definition des Arbeitsfeldes ist wie bereits angedeutet schwer aufstellbar. Auszugsweise seien als konkrete Beispiele unseres schulischen Lebens Planungen bzgl. der Sommerfeste/Winterbasare genannt.
  • Von der GSV werden die Abgesandten der Schülerschaft für die weiteren schulinternen Gremien entsandt, in denen die Interessen der Schülerschaft gehört werden sollen:
  • Die Schulkonferenz, das höchste schulinterne Gremium, beschließt wesentliche Angelegenheiten des Schullebens. Mitglieder sind neben den Schüler-Vertretern auch Vertreter der Lehrerschaft (s. Gesamtkonferenz)und auch Vertreter der Elternvertretung. Wichtig zu bemerken ist die Gewichtung der Stimmen: auf jede der drei genannten Parteien entfällt je ein Drittel.
  • Die Gewichtung zeigt die Wichtigkeit der Gesamtelternvertretung: angenommen wir, die Vertreter der Schülerschaft, stimmen mit Ansichten der Lehrerschaft nicht überein. In diesem Fall würden die Mitglieder der GEV das Zünglein an der Waage sein und über den Ausgang der Wahl entscheiden – gewinnen wir die Eltern mit unseren Argumenten sind die Lehrer überstimmt. Die Aufgaben der GEV sind ähnlich schwer definierbar wie die der GSV.
  • Die Vertretung der Lehrerschaft wird Gesamtkonferenz genannt. Die Arbeit dort konzentriert sich eher auf schulorganisatorische Dinge und die Schulentwicklung in pädagogischer Hinsicht, ist jedoch von internen Dienstbesprechungen zu unterscheiden.
  • In den Fachbereichskonferenzen tagen die Lehrer, die das betreffende Fach unterrichten, und diskutieren mit den Abgesandten der GSV und GEV über die Ausrichtung des Unterrichtinhalts und besondere Themenbereiche die in das schulinterne Curriculum aufgenommen werden sollten.
  • Zudem haben wir am Lilienthal-Gymnasium noch mehrere weitere schulinterne Gremien, unter anderem das von der Schülervertretung initiierte Medien-Gremium, in dem wir uns mit der technischen Fortentwicklung unserer Schule beschäftigen.
Gremienstruktur der SV-Arbeit

Auf externer Ebene befinden sich viele weitere Gremien. Unterschieden wird dabei – analog zum politischen System – zwischen der Bezirks- und Landesebene. Folgende Gremien gibt es auf Bezirksebene:

  • Im Bezirksschülerausschuss treffen sich Abgesandte aller Schulen des Bezirkes, in unserem Falle Steglitz-Zehlendorf, und vertreten die Interessen der Schülerschaft auf bezirklicher Ebene gegenüber dem Bezirksschulbeirat, Bezirkselternbeirat und Bezirkslehrerbeirat. Sie „vernetzen“ die Schulen untereinander, profitieren von gegenseitiger Erfahrung und starten bezirksweite Projekte, wie den „Jugendhaushalt“.
  • Im Bezirksschulbeirat treten, ähnlich der Struktur der Schulkonferenz, Vertreter der Schüler (aus BSA), Eltern (BEA) und Lehrer (BLA) sowie Vertreter der Politik und des Bezirksamtes zusammen.
  • Der Einflussbereich dieser Instanzen ist begrenzt, grundlegende Änderungen im schulischen System können durch BSB, BSA & Co nicht durchgeführt werden, da sie einer Gesetzesänderung bedürfen. Impulse können durch die kommunalen Gremien jedoch gegeben werden und bewirken auch oft Änderungen.
  • Schauen wir nun auf die Landesebene: Zwar können auch hier keine Gesetzesänderungen durch das Schülervertretungsgremium mitabgestimmt werden, es werden jedoch vorrangig Themen diskutiert, die politischer Natur sind. Auch die Landesebene setzt sich aus einem Gremium für Schüler (Landesschülerausschuss), für Eltern und für Lehrer zusammen. Diese Gremien wählen Vertreter in den Landesschulbeirat, welcher dem Senat Empfehlungen ausspricht.
  • Auf Bundesebene und darüber hinaus sind die Vertretungen eher informell: Weder gibt es so etwas wie eine offizielle Bundesschülervertretung, die bspw. vom Bundesministerium für Bildung oder der Kultusministerkonferenz einberufen wird, noch einen offiziellen Zusammenschluss auf europäischer Ebene. Ein informeller Zusammenschluss der Landesvertretungen auf Bundesebene ist die „Bundesschülerkonferenz“, auf europäischer Ebene das „Organising Bureau of European School Student Unions“.
  • Außerhalb der schulgesetzlichen Grundlagen verfügen natürlich noch die Lehrer-Gewerkschaften über Einflussmöglichkeiten. Auszugsweise seien hier die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Teil des DGB) und der Deutsche Lehrerverband genannt.

Wir hoffen im Gremiendschungel etwas Durchblick geschaffen zu haben, also auf geht’s in die Schülervertretung!

Julian Hoedt

Infoquellen:

externer Link Das Handbuch für Berliner SV-Arbeit (PDF-Logo PDF-Dokument)

externer Link SV-Newsletter, Ausgabe 4, 2009 (PDF-Logo PDF-Dokument)